Zuerst Räumstelle – dann Baustelle!

Auch heute noch, Jahrzehnte nach dem Ende des zweiten Weltkrieges schlummert das tödliche und zerstörerische Erbe der Kriegsjahre in der Erde. So waren bis zu 20 % der ca. 1,4 Mio. t abgeworfenen Bombenlast sogenannte „Blindgänger“, d.h. sie detonierten nicht wie vorgesehen. Das bedeutet jedoch keineswegs sie wären ungefährlich. Vielmehr nimmt durch die chemischen Prozesse im Boden die Instabilität der Sprengstoffe zu – und die Bergung wird entsprechend schwieriger und das allgemeine Risiko höher. Gefahren gehen nicht nur von Bombenblindgängern aus  - nicht zu unterschätzen sind auch kleinkalibrige Munition, Granaten und Nahkampfmittel – welche im Zuge von Kampfhandlungen oder auch bei Rückzugsbewegungen und Flucht zurückgelassen wurden oder als Blindgänger nicht zur Explosion kamen. Neben der Gefahr der Explosion und der damit verbundenen hohen Splitterwirkung, gehen insbesondere von Granaten je nach Art auch chemische Gefahren aus. Eine systematische Kampfmittelberäumung von Flächen hat im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Krieg nicht stattgefunden, oft kam es zu Verschüttungen, Vergrabungen und zu Verlagerungen der Störkörper durch Erdbewegungen. 
 
Kampfmittel stellen auch in Berlin/Brandenburg ein erhebliches Hindernis bei Bauarbeiten dar, immer wieder kommt es im Rahmen von Bauarbeiten zu Kampfmittefunden. Neben dem erheblichen Gefahrenpotenzial für Leib und Leben des Baupersonals wie Passanten stellen Kampfmittel auch einen maßgebliches wirtschaftliches Risiko z.B. durch Stillstandszeiten, Evakuierungen oder im schlimmsten Fall Explosionsschäden dar, letztere trägt keine Versicherung. 
 
Daher ist der vorbereitenden Gefahrenanalyse, der Kampfmittelsondierung und Kampfmittelräumung als präventive Maßnahme im Rahmen der Bauplanung eine Schlüsselstellung einzuräumen – nicht zuletzt um die realen Gefahren für Mensch und Material zu minimieren. In diesem Zusammenhang sei ergänzend auf den § 319 StGB verwiesen, der bereits eine fahrlässige Baugefährdung unter Strafe stellt. In der Konsequenz ist es erforderlich, bereits in der Planungsphase belastbare Erkenntnisse zu einer potenziellen Kampfmittelbelastung zu gewinnen.
 
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Mit Plan zur Kampfmittelfreiheit

Gemäß der AH KMR gliedert sich die methodische Vorgehensweise in 3 Phasen. weiter lesen...

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